Der Alptraum am Bankautomat: Beim Blick auf den Auszug stellt man fest, dass das Konto komplett leer geräumt wurde, vom Ausland aus. So geht es den Opfern von Skimming, professionellem EC-Kartenbetrug, der immer häufiger wird.
Der Begriff "Skimming" kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "abschöpfen". Zuerst klauen die Täter Daten und PIN, dann das Geld vom Konto.
Skimming-Täter manipulieren die Geldautomaten, meistens so geschickt, dass Laien nichts erkennen. So tappen bei einem einzigen Angriff gleich viele Opfer in die Falle, die Bankfilialen sind hilflos. Die Skimming-Ausrüstung besteht aus einem Miniatur-EC-Kartenleser, der den Magnetstreifen der Karte ausliest und einer Videoleiste, die die PIN-Eingabe aufzeichnet. Die Geräte werden auf die Geldautomaten geklebt, sind von den Originalgeräten kaum zu unterscheiden. Mit den abgegriffenen Daten werden Kopien der EC-Karten hergestellt. Zusammen mit den gestohlenen PIN-Nummern räumen die Täter dann die Konten der Opfer leer.
- Kontrollieren Sie ihre Kontoauszüge regelmäßig in kurzen Abständen. So fällt ein Skimming-Angriff schneller auf und die Täter sind noch nicht über alle Berge
- Geben Sie Ihre Geheimzahl immer verdeckt ein, halten Sie beim Tippen eine Hand über die Tastatur. Wenn Ihnen ein anderer Kunde zu nahe kommt, achten Sie darauf, dass er Ihnen nicht über die Schulter schaut
- Schauen Sie sich beim Abheben den EC-Geldautomat genauer an. Nimmt er Ihre Karte nicht sofort, sind Spuren von Klebstoff zu erkennen oder ist der Automat sonst irgendwie auffällig, dann melden Sie sich beim Personal der Filiale
- Wenn Sie eine Auffälligkeit entdecken, legen Sie nie selbst Hand an, die Täter könnten noch in der Nähe sein und aggressiv reagieren
- Wenn Sie fürchten, dass ihre Karte von einem Fremden ausgeschöpft wird, sperren Sie sie sofort über ihre Bank oder die zentrale Rufnummer 116116 (Quelle:c´t 2007, Heft 25)
Die Skimming-Betrüger handeln äußerst professionell. Die Abschöpf-Geräte werden in Serie hergestellt, orientieren sich an der Technik der großen Hersteller von Geldautomaten. Nach dem Anbringen werden die ausspionierten Daten gespeichert und an professionelle Kartenhersteller weitergegeben, die dann die Kopien erstellen. Die Konten der Betroffenen werden dann im Ausland abgeräumt, dort sind die Sicherheitsvorkehrungen geringer als in Deutschland.
Im Jahr 2009 wurden bis einschließlich September laut EURO Kartensysteme, einem Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft, bundesweit zirka 850 Geldautomaten manipuliert. Im gesamten Jahr 2006 waren es nur 300.
Die Geschädigten können - sofern sie nicht grob fahrlässig gehandelt haben - solche Schäden ersetzt bekommen, denn die Banken sind gegen den Datenklau versichert. Trotz alledem: Ein Gefühl der Unsicherheit bleibt.
Eine Reportage von Annegret Oster
Sendetermin: Donnerstag, 3. Dezember 2009, 21 Uhr, bei ZDF.reporter