Hauptnavigation:

Sie sind hier:

23. Februar 2012
 

ZDF.reportage

 
sonntags, 18.00 Uhr
 Quelle: ZDF
Ist Ihr Haus sicher?

ZDF.reporter

Einbruch? Nicht bei mir!

Tipps von der Polizei

von Heike Bökenkötter

Es ist eine weit verbreitete Angst: Die eigene Wohnung als Tatort eines Einbruchs. Tipps, damit Sie sich in den eigenen vier Wänden sicher fühlen können, hat ZDFonline zusammengetragen. Dazu sprachen wir mit Harald Nöh von der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle für Einbruch in Düsseldorf.

 
 
 
 

Zuerst einmal, so Nöh, sollte man einfache Sicherheitsmaßnahmen beachten. Das bedeutet, dass Fenster nie auf Kipp gelassen, sondern komplett geschlossen werden sollten. Türen sollte man nicht einfach nur einrasten lassen, sondern richtig abschließen. Denn durch solche Nachlässigkeiten wird Einbrechern allzu leichtes Spiel gemacht: Eine nur eingerastete Tür beispielsweise kann mit einer einfachen Scheck-Karte nahezu geräuschlos geöffnet werden.

 

Aber selbst abgeschlossene Türen können Einbrecher zum Teil mit Schraubendrehern recht schnell öffnen. Eine gute Sicherung der Haus- oder Wohnungstür ist daher sehr wichtig. Dies kann etwa durch so genannte Panzerriegel geschehen. Das sind Beschläge, die von innen an der Tür angebracht werden und ein Eindringen in die Wohnung fast unmöglich machen. Sie bieten einen hohen mechanischen Widerstand, der die Tür zusätzlich zum Schloss gut verriegelt. Ein solcher Panzerriegel kostet etwa 400 Euro. Das sei laut Nöh aber eine äußerst sinnvolle Investition, auch wenn der Vermieter nicht dazu verpflichtet sei, die Kosten zu übernehmen.

Türen und Fenster sichern

Wer Haus- oder Wohnungseigentümer ist und über eine Erneuerung der Haustür nachdenkt, kann sich unter Umständen direkt für eine besonders stabile und einbruchhemmende Tür entscheiden, die den Panzerriegel überflüssig macht. Diese kostet allerdings mehrere tausend Euro. Sie lohnt sich also in erster Linie für Eigentümer, die langfristig in ihr Heim investieren möchten.

 

Wenn Balkon-, Terrassentüren und Fenster leicht zugänglich sind, ist auch hier eine Sicherung erforderlich. Hier sollten einbruchhemmende Beschläge eingesetzt werden, die in das Fenster eingebaut werden. Dabei kommen so genannte Pilzzapfen zum Einsatz: Das sind Beschläge, die beim Schließen des Fensters im Fensterrahmen fest einrasten. So kann das Fenster von außen praktisch gar nicht oder nur mit viel Lärm geöffnet werden. Einbrecher lassen meist von vornherein von so gesicherten Fenstern und Türen ab.

 

Angst vor Einbrechern

Fühlen Sie sich in Ihren eigenen vier Wänden sicher vor Einbrechern?

 
 
 
 

Alarmanlage keine Alternative

Eine Alarmanlage sei, so Nöh, keine Alternative zu den genannten mechanischen Einbruchsicherungen. Sie sollte nur als zusätzlicher Schutz dienen und ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn das Objekt, das geschützt werden soll, besonders wertvolle Gegenstände enthält.

Man kann sogar eine Aufschaltung der Anlage zu einem Sicherheitsdienst einrichten, sodass der ausgelöste Alarm direkt bei dem Wachdienst ankommt. Allerdings ist dies zusätzlich kostenpflichtig. Eine Aufschaltung zur Polizei ist für Privatleute meist nicht möglich. Wirklich nötig und sinnvoll ist eine solche Anlage nur in Ausnahmefällen. Ob bereits eine Attrappe nützt, sagt Nöh, sei nicht erwiesen. Schaden könne sie aber sicherlich nicht.

 

Nachbarn um Hilfe bitten

Neben den mechanischen und technischen Sicherungen gibt es außerdem weitere Wege, einem Einbruch vorzubeugen. So sollte man immer ein wenig Leben in seinem Wohnobjekt vortäuschen. Im Winter, wenn die Einbruchszahlen aufgrund der früh einsetzenden Dunkelheit besonders hoch sind, besteht die Möglichkeit, ein Licht brennen zu lassen oder eine Zeitschaltuhr zu verwenden. So denken Einbrecher, dass jemand im Haus ist und nehmen von ihrem Plan Abstand. Das gilt auch, wenn man verreist ist.

 

Da Einbrecher ihre Objekte oftmals eine Zeit lang beobachten, bevor sie zuschlagen, ist es sinnvoll - zum Beispiel im Urlaub - Nachbarn zu beauftragen, ab und zu die Rollläden hoch und nach einiger Zeit wieder runter zu lassen, sodass die Abwesenheit der Bewohner nicht zu offensichtlich ist.

 

Einbruchsicherung sollte da sein

Eine Einbruchsicherung sollte in jedem Wohnobjekt vorhanden sein. Bei Mietwohnungen in oberen Stockwerken ist ein Panzerriegel für die Haustür die wichtigste und gängigste Sicherung, in Erdgeschosswohnungen und Häusern sollten Fenster und Balkontüren zusätzlich geschützt werden. Denn nur so kann man sich in seinem Heim auch wirklich sicher fühlen und es kommen keine ungebetenen "Gäste".

 

Infobox

Im Schutz der Dunkelheit

Eine Reportage von Thadeus Parade
Kamera: Werner Bachor
Sendetermin: Donnerstag, 30. April 2009, ab 21 Uhr, bei ZDF.reporter

 
 
  • del.icio.us
  • digg
  • facebook
  • twitter
  • myspace
  • mrwong
  • webnews
  • yigg

Abstimmung

Fühlen Sie sich in Ihren eigenen vier Wänden sicher vor Einbrechern?