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donnerstags 21 Uhr
Unternehmerin schaut durch ihrem Fernglas. Quelle: imago
Plant Frau mit mehr Weitsicht?

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Weibliche Intuition in der Führungsetage

Studien belegen den Zusammenhang zwischen Frauenanteil im Vorstand und Unternehmenserfolg

von Cora Werwitzke

In den 200 größten deutschen Unternehmen sind laut des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nur 2,5 Prozent der Spitzenpositionen mit Frauen besetzt. Dabei zeigen Studien: Je ausgeglichener das Geschlechterverhältnis in der Führungsebene, desto erfolgreicher die Unternehmen.

 
 
 
 

Die Unternehmensberatung McKinsey ermittelte in einer umfangreich angelegten Studie über börsennotierte Konzerne in ganz Europa, dass Unternehmen mit einem verhältnismäßig hohen Frauenanteil in der Führungsriege besonders erfolgreich abschneiden, was Finanzen und Organisation angeht: sie wachsen schneller, machen mehr Gewinn und sind an der Börse mehr wert.

 

Für ausschlaggebend hält McKinsey alternative Führungspraktiken von Frauen. Sie kümmerten sich eher um Mitarbeiterentwicklung, führten Entscheidungen häufiger im Team herbei, setzten auf Inspiration und arbeiteten öfter mit Belohnungen.

Risikoscheu und nachhaltig

Mit einer neuen Studie belegt der Ökonom Michel Ferrari, Dozent für Management an der französischen Business-Schule Ceram in Sophia Antipolis/Nizza, dass diese Ergebnisse auch für französische Spitzen-Unternehmen in der Wirtschaftskrise gelten. Demnach schützte eine gemischte Führungsetage im turbulenten vergangenen Jahr eher vor der wirtschaftlichen Talfahrt. Frauen agieren risikoscheu und nachhaltig, so Ferraris Erklärung. Damit könnten sie die Risikobereitschaft ihrer männlichen Kollegen ausgleichen.

 

Im innerdeutschen Vergleich fällt auf, dass in den östlichen Bundesländern die Einbindung von Frauen in Führungs- und Entscheidungsebenen selbstverständlicher ist als in den westlichen Bundesländern. Auch die Wertschätzung weiblicher Führungskompetenz scheint im Osten größer zu sein: Eine infratest-dimap-Umfrage im Auftrag des WDR Anfang 2009 ergab, dass knapp zwei Drittel der Befragten im Osten Frauen für die besseren Krisenmanager halten, im Westen waren es dagegen weniger als die Hälfte.

 

Unverbindliche Forderung

Ein Blick nach Europa zeigt: In Norwegen müssen bereits seit dem Jahr 2004 vierzig Prozent aller Posten in Aufsichtsräten von Frauen besetzt werden. Die Regierung der Niederlande spielt derzeit mit dem Gedanken, eine gesetzliche Frauenquote für Unternehmensvorstände einzuführen.

 

Hierzulande beschränkt sich die neue Regierungskoalition auf eine unverbindliche Forderung. "Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst soll maßgeblich erhöht werden", heißt es im Koalitionsvertrag. Und weiter: "Dazu wird ein Stufenplan - insbesondere zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten - vorgelegt." Bis sich das Geschlechterverhältnis auf Führungsebene in deutschen Unternehmen aber tatsächlich ausgleicht, wird es wohl noch Jahre oder Jahrzehnte dauern.

 

Infobox

Krisenmanagerinnen

Eine Reportage von Martin Schiffler
Sendedatum: Donnerstag, 10. Dezember 2009, 21 Uhr, bei ZDF.reporter