Philipp ist auf der Suche nach dem Mann aus dem U-Bahn-Schacht, Bernard Isaac. Das Update gestaltet sich jedoch wesentlich schwieriger, als er sich das vorgestellt hat. Denn die 103. Straße, unter der Bernard gelebt haben soll, ist verdammt lang.
Es fühlt sich an wie einer dieser Witze, die man mit Unwissenden gerne macht: Suche mir Bernard Isaac im U-Bahn-Schacht an der 103. Straße - und insgeheim weiß jeder, wie lang die 103. Straße ist. Sie durchquert, wie viele Straßen New Yorks auch, ganz Manhatten. Und jeder weiß das und lächelt und wartet, bis der Unwissende es bemerkt.
Ich habe es bemerkt, jetzt erst. Auf der 103. liegt nicht nur eine U-Bahn-Station mit einigen Luftschächten, sondern gleich deren drei. Der Witz war gut, Unwissenheit tut weh. Ich beginne in Spanish Harlem mit der Suche, ganz im Osten.
Es sei für alle anderen Unwissenden gesagt: Hier sprechen alle Spanisch - außer mir. Einzig das Foto des Gesuchten hilft. Niemand hat Bernard Isaac gesehen und so kommt es zu diesem Moment: In Spanish Harlem ruft der ehemals unwissende deutsche Reporter auf Englisch in den leeren U-Bahn-Schacht hinein. Nichts schallt zurück. Außer ein ganz leises Kichern - aber das kommt nicht von unten.
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